Europa

Sieg der Regression

von Rainer Trampert

Europa befindet sich in einem unaufhaltsamen Zerfallsprozess, der lange vor dem britischen Referendum begonnen hat. Nach der britischen Entscheidung, aus der Europäischen Union auszutreten, ist dieser Zerfall für alle greifbar geworden. Die sogenannte Flüchtlingskrise hat den Rest dazu getan.

AfD: Die rasende Regression

- Deutsche Volksgesundheit, entstellte Leidenschaften und brauner Bodensatz - die AfD schickt sich an, die Moderne zu zerstören - In der Geschichte ist nie etwas genau so wie damals. »Thüringer! Deutsche! 3000 Jahre Europa! 1000 Jahre Deutschland!« Björn Höcke (AfD) kann nicht gut reden, aber er bemüht sich, so zu wirken wie Nazi-Redner damals, als Deutsche noch Gebrüll für eine gute Rede hielten, und er will das Tausendjährige Reich unterbringen ...

Die Grenzen des europäischen Humanismus

- Der Zerfall der EU und der europäischen Sitten -

Hin und her gerissen zwischen kapitalistischer Moderne und regressivem Bewusstsein zerfällt die Europäische Union (EU) dinglich und moralisch. Jedem Stamm seine Nation, zuerst die Katalanen, jeder Nation ihren Stacheldrahtverhau. Auf Personenkontrollen folgen Warenkontrollen, Schlagbäume, nationale Währungen und Zölle. Paneuropäische Ideen fallen der Peinlichkeit anheim, hoch im Kurs stehen Symbole der Renationalisierung.

Die Akropolis an TUI, Pyräus an China

Griechenland wird seine Niederlage in der Konkurrenz der Nationen teuer bezahlen. Syriza wird gespalten ... die Bevölkerung ausgeplündert und das Staatsvermögen versteigert: Häfen, Eisenbahn, Flughäfen, Inseln, Fresken, Säulen, Museen. Die Abwicklung Griechenlands ist eine Tragödie und ein Lehrbeispiel.

Das Tauziehen um die Ukraine und der Bruch mit Russland

Vorbemerkung: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Auszug aus dem Buch "Europa zwischen Weltmacht und Zerfall" von Rainer Trampert. Das Buch ist im Schmetterling-Verlag, Stuttgart erschienen und kostet 14,80 EUR. Umschlag, Inhaltsverzeichnis und das Kapitel "Tauziehen um die Ukraine ..." kann von dieser Seite herunter geladen werden.
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Das europäische Bürgertum ist tief gespalten. Die kapitalverwaltende Sektion warnt, seinen Geschäftsinteressen folgend, vor antirussischen Sanktionen. Eines ihrer Organe, das «Handelsblatt», warf dem Westen am 13. März 2013 «Pitbull-Politics» gegenüber Russland vor: «Ohne nachzudenken, geht man auf den anderen los, mit der animalischen Härte der Instinkte (…) mit gefletschten Zähnen, aber ohne Hirn.»

Dagegen ist das Bürgertum, das in Politik und Medien den Ton angibt, von einem antirussischen Fanatismus berauscht, der alten Haudegen aus der Epoche des Kalten Krieges Angst macht. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, sieht in dem Partnerschaftsvertrag der EU mit der Ukraine, dessen politischer Teil im März 2014 vereinbart wurde, «einen deutlichen Schritt der Eskalation». Und Peter Scholl-Latour stellte bei Maischberger fest: «Wenn man die deutschen Medien und deutschen Politiker hört, meint man, das großdeutsche Reich hätte den Krieg gewonnen.» Recht hat er. Deutsche Politiker, Zeitungsleute und TV-Moderatoren behandeln die Ukraine und besonders die Krim wie deutsches Territorium, das Putin mit seinen Russen in Uniformen ohne Abzeichen ihnen gestohlen hat.

Ein Gespenst geht um: Europa

Über die Idee von den Vereinigten Staaten von Europa und den gegenwärtigen Separatismus und Nationalismus ... Das linke Europa gibt es genauso wenig wie das linke Vaterland. Warum sollte der linke Internationalismus, der das Ausplündern der Welt im Namen der europäischen „Kultur“ und „Weltmacht“ beenden, die Ausbeutung des Menschen durch die Enteignung der Produktionsmittel aufheben und eine Rätedemokratie oder Vergleichbares einrichten will, Grenzen ziehen, die hinter der Handelsfreiheit des Kapitals zurückfielen?

Euro-Krise: Zwischen Weltmacht und Zerfall

Eine Analyse der Euro-Krise: Die neue Bewegung der Retroromantiker – Das Großkapital - Was wäre, wenn Griechenland zur Drachme und Deutschland zur DM zurückkehrte? - Die Haftungs- und Inflationsrisiken – Die Entwicklung von Disparitäten im Kapitalismus - Der Zentrum- Peripherie-Konflikt – Deutschland steht am Scheideweg wie Ende der 60-er Jahre mit der Neuen Ostpolitik

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