Israel

Kampf gegen Gespenster

Eine Kritik linker Diskurse über Europa (Auflösung ist auch keine Lösung) - Als der »Westen« auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise in den Abgrund blickte, fragte das Bürgertum etwas kokett, ob Karl Marx der Menschheit nicht doch etwas mitzuteilen habe. Den europäischen Mainstream-Linken aber war der Schreck derart in die Glieder gefahren, dass sie den Kapitalismus noch mehr retten wollten als ehedem – mit Investitionshilfen, Marshallplänen und viel Nachfrage. Heute schwimmen sie im Zeitgeist, der den Kapitalismus als gottgegeben hinnimmt, und schlagen auf Popanze ein.

Der 30-jährige Krieg des Islam, die Interessen der Innen- und Außenmächte und die Flüchtlingswanderung

Nach den historischen Niederlagen und Deformationen der Befreiungsvisionen fällt das überwiegende Bewusstsein auf allen Kontinenten in nationale, ethnische, tribale, religiöse, rassistische und faschistische Bindungen und Wahnvorstellungen zurück. In Europa kommt der bürgerliche Humanismus unter die Räder - nichts hat Angela Merkel so schaden können wie die humane Geste gegenüber Flüchtlingen. Der linke Tribalismus antisemitischer Prägung wurde im Bestseller: „Der kommende Aufstand“ verbreitet. Besonders schonungslos schlägt die Regression im arabischen Raum zu, in dem der Islam sich seinen eigenen 30-jährigen Krieg genommen hat. Seit vier Jahren toben Schlachten, zerfallen Nationen in Emirate, Duodezstaaten und Domänen von Stämmen, Rebellenmilizen und Banden. Irak, Syrien, Libyen, Jemen existieren nicht mehr. Syrien ist mit 250.000 Toten und sieben Million Flüchtlingen die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit ...

Der Hass in den Augen

Pegida versus Islam und beide gegen das lebendige Leben

Zwei Tage nach der Kundgebung der Prominenz vor dem Brandenburger Tor, wo Sigmar Gabriel ganz gerührt war über den Satz: „Wir alle sind Deutschland“, sagte ein Geflüchteter aus Eritrea, dessen Freund soeben auf dem Hinterhof erstochen worden war: „Seit wir in Dresden angekommen sind, sehen wir den Hass in den Augen der Menschen.“ Die Pegidaumzüge mögen irgendwann abflauen, der Hass wird bleiben. Er ist das Lebenselexier der Verfolgungswahnsinnigen, denen das System, in dem nur Wert besitzt, wer dem Leistungsdiktat gewachsen ist und wer brutal genug ist, sich in der Konkurrenz aller gegen alle durchzusetzen, die Empathie ausgetrieben hat.

Die Herren der Zinsen

Auszug aus dem neuen Buch von Rainer Trampert: „Europa zwischen Weltmacht und Zerfall“ – erschienen in „Jungle World“ Nr. 23/2014. Rainer Trampert untersucht den Antisemitismus in Deutschland und in anderen Staaten der Europäischen Union.

Krisen waren immer ein fruchtbarer Acker für Verschwörungen, Propagandalügen, religiöse und esoterische Faseleien. Vor der Aufklärung sollten Juden Ernten verhext haben, nach der Aufklärung steigerte die Naturwissenschaft die Produktivität und maß den Charakter des Menschen an der Ohrlänge, in der modernen Krise teilen linke und rechte Antisemiten dümmlich oder aus Kalkül den Kapitalismus in Anlehnung an die falsche Kapitalismuskritik in einen schaffenden und einen raffenden, nehmen den schaffenden in ihre völkische Obhut und wähnen den raffenden in angloamerikanisch-jüdischen Händen. Die unwissenschaftliche Trennung bildet den Nährboden für die doppelte Propaganda: Sie bietet der kapitalistischen Mehrwertproduktion einen Schutzraum, indem sie die Schicht in der Fabrik oder auf dem Bau als das Produktive heiligspricht, und schiebt alles Ungemach auf die Finanzen und damit auf ein Bündel von antisemitisch konnotierten Krisenbegriffen: Spekulation, vagabundierende Finanzen, globale (internationale) Finanzen, Banken, Börsen, Wallstreet, New York, Zinsen. Wer will, findet in dem Topf ein Stichwort, das zu seiner Verkümmerung passt. So ist die Krise wie alles, was mit Geld zu tun hat und die Suche nach Schuldigen sprießen lässt, ein Fundus für antisemitische Verschwörungen, die sich mit dem Feindbild »Angloamerika« verbrüdern, aber nicht müssen. Im Unterschied zum »Juden« grenzt die Krisenpropaganda gegen die USA sich von einem wirklichen Weltkonkurrenten ab.

Warum die Europapolitik die Bundestagswahl entscheidet

Merkel ist die Schutzpatronin der Spargelder. Ihr Wort begründet zwar keinen Rechtsanspruch, aber jeder Deutsche weiß: Sie wird zuerst die Konten aller anderen Europäer plündern, bevor es dem deutschen Sparer an den Kragen geht. Mehr Wahlkampf muss nicht sein, mehr Europapolitik verlangen die Deutschen nicht. Deshalb kommt die Alternative für Deutschland (AfD) nicht voran, obwohl sie rechts genug ist.

Jakob Augstein und die große Heimsuchung

Jakob Augstein ist, angetrieben von seiner Überzeugung, ein aggressiver Antisemit - und als Repräsentant der deutschen Medien- und Leitkultur nicht irgendeiner. Insofern ist die Persilschein-Welle in den Medien objektiv eine Kampagne dafür, dem Antisemitismus einen festen Platz in den deutschen Medien und in der deutschen Kultur einzuräumen. Die Fragen, ob Augstein auf die Liste gehört oder der richtige Zeuge gefunden wurde, lenken nur ab. Man sollte den Initiatoren der Liste danken, dass sie die „Welt“ auf den smarten antisemitischen Dauerhetzer in Deutschlands Top-Medien aufmerksam gemacht haben.

Jakob Augstein: Plaudertasche und Verschwörungsideologe

Jakob Augstein, informiert "Wikipedia", "vertritt" in der Gesellschafterversammlung des Spiegel-Verlags den 24-Prozent-Anteil der Familie Augstein" am "Spiegel", er ist Verleger der Wochenzeitung "Der Freitag", "linker" Gegenspieler des Berliner "Bild"-Chefs Nikolaus Blome in der "Phoenix"-Sendung "Augstein und Blome" und Verfasser der "Spiegel-Online"-Kolumne: "Im Zweifel links". Der Begriff "links" ist ungeschützt, und so darf der Nachrichtensprecher Nordkorea als letzten linken Überbleibsel bezeichnen, der Antisemit in der Linkspartei sich linksradikal verstehen und Augstein seine Kolumne "im Zweifel links" nennen. Was ist nicht einfach, sondern nur im Zweifel links?

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