Zeitungskritiken: „Hirn was willst du mehr?“

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„Thomas Ebermann und Rainer Trampert überzeugen in Kunst & Bühne. ... Mit fein dosierter Ironie und ausgeprägtem Hamburger Dialekt gewinnen sie die Zuhörer, beleuchten Börse und Finanzkrise und entlarven leere Worthülsen ... stellen die Frage, woher Kinder sich das Grundvertrauen holen sollen, wenn Eltern und Großeltern ihre Erbschaft verspielt haben ... Richtig fröhlich wird es bei den internationalen Golfregeln. Beklemmend dagegen ist der Bericht über afrikanische Flüchtlinge auf dem Abschiebeflug. Ein Wechselbad der Gefühle, ebenso geistreich wie humorergiebig und politische Satire in bester linker Tradition.“ („Cellesche Zeitung“)

„ ... und dann bleibt einem noch die Spucke weg angesichts der Äußerungen eines Abteilungsleiters der Ausländerbehörde, der die Vorteile einer Sammelabschiebung von Afrikanern erläutert. Das Programm ist rappelvoll von Stilblüten, die das Duo mit einer feinen Nase für offen oder verschleiert zu Tage tretende Machtkonstellationen aufzuspüren versteht. Eins ist jedenfalls klar geworden: Mehr Vertrauen braucht der Mensch - in den eigenen Verstand.“ („Suedkurier“)

„Fazit eines höchst unterhaltsamen Abends: Trampert und Ebermann haben nicht zuviel versprochen, als sie kurz vor ihrem Auftritt drohten: ‚Wir sind gekommen, um Euch intellektuell zu überfordern“. Chapeau, das hat geklappt.“ („SeeMoZ“)

„Pingpong gegen die Harmonie im Land“: „Das könnte heiter werden, ahnt man schon zu Beginn, als sich Rainer Trampert und Thomas Ebermann auf der Bühne zurechtsortieren … Die Premiere des neuen Programms … war für die beiden ein Heimspiel – gegen „die ansteckende Harmonie im Land‘. Das Konzept hat sich bewährt: Sie betreiben eine Analyse der politischen Gegenwart, indem sie Pressetexte vorlesen oder aus Buchveröffentlichungen einschlägiger Zeitgenossen zitieren und diese dann simultan und ätzend kommentieren. Dieses Pingpong von Rede und Gegenrede ist … bisweilen so entlarvend wie lustig. Das Publikum nimmt Erkenntnisse mit nach Hause wie etwa „warum Merkel nicht mehr weinen oder lachen kann. Das ist nämlich die Nebenwirkung des Aufstiegs: ‚Die Dingwerdung des Menschen‘.“ (Hamburger Morgenpost - 21.11.05)

„… vor jeder Pointe in der Satire steht eine ernsthafte Analyse der Verhältnisse, ohne die Satire zur harmlosen Humorveranstaltung öffentlich-rechtlicher Ausgewogenheitskultur werden würde … Thomas Ebermann und Rainer Trampert … sind dieser Hinsicht so etwas wie ein satirisches Kompetenzteam … Haben sie zuvor zuweilen die Politik um satirische Elemente bereichert, bereichern sie jetzt die Satire um die politische Analyse in bester Tradition linker kritischer Theorie …“ (Die Tageszeitung - 17.11.05)

„Eloquent, präzise und mit trockenem Humor werden die Hintergründe der Finanzkrise beleuchtet oder die Worthülsen eines Humangeografen entlarvt ... Bei der Auseinandersetzung mit Bericht über Abschiebungen blieb einem das Lachen endgültig im Halse stecken. Bittere Unterhaltung, was die Linksaußen der deutschen Kabarettszene intelligent und mit beißendem Spott auftischen. Hirn, was willst du mehr“ (Nordsee-Zeitung)

Präzise und mit trockenem Humor

Bremerhaven (uIm). Thomas Ebermann und Rainer Trampert waren auf Einladung des Vereins Literatur und Politik mal wieder in der Seestadt, und die kam zunächst im gut besuchten Pferdestall nicht gut weg: „Bremerhaven, wir sind enttäuscht", beklagte Ebermann das Ende von Ottos Imbiss in der Alten Bürger. Und sein Kollege pflichtete ihm bei: „Aus kompensatorischen Gründen ist euch ja dieses Mediterraneo geschenkt worden, aber es kann Ottos Imbiss nicht ersetzen."

„Bitteres Vergnügen" nennen die beiden Gründungsmitglieder der Grünen ihr neues Programm, und ein bitteres Vergnügen war ihre Betrachtung der deutschen Realität in der Tat. „Nichts ist so beklemmend wie die Wirklichkeit", lautete dabei der Leitsatz der 1990 als „Fundis" im Zorn aus ihrer Partei ausgetretenen Linken, die sich immer noch nicht mit politischem Pragmatismus abfinden mögen. Der eine denkt sich eine verbindende Geschichte aus, der andere sammelt dazu die passenden Zitate, und wenn dem Duo dann Joschka Fischers Autobiografie in die Hände fällt, kommt es bei dieser Arbeitsweise für den Ex-Vizekanzler und Außenminister so richtig dicke. Mit großem Interesse haben die Publizisten auch die Beiträge zur Hirnforschung im „Focus" und „Spiegel" verfolgt und daraus ihre Schlüsse gezogen: „Wenn alles richtig läuft, respektiert das Gehirn das Eigentum und wählt FDP." Worthülsen entlarvt Eloquent, präzise und mit trockenem Humor wird der Esoteriker Thorwald Detlefsen durch den Pferdestall getrieben, die Hintergründe der Finanzkrise beleuchtet oder die Worthülsen des Humangeografen Prof. Dr. Jürgen Hasse zur „Heterotopologie des Parkhauses" entlarvt: „Die Gerinnung innerstädtischen Verkehrsflusses -bildungsfernere Schichten nennen es Stau," Bei der Auseinandersetzung mit einem in der „Zeit" erschienenen Bericht über Abschiebungen blieb einem das Lachen endgültig im Halse stecken: „Ich hab' die Gesetze ja nicht gemacht, ich führ' sie nur aus."

Bittere Unterhaltung eben, was die Linksaußen der deutschen Kabarettszene in Bremerhaven ohne vorherige Currywurst, dafür aber intelligent und mit beißendem Spott auftischten. Hirn, was willst du mehr. (Nordsee-Zeitung Bremerhaven 22. 11. 2008)

KRITIKEN AUS DIVERSEN ZEITUNGEN (von Süddeutsche bis TAZ)

„Eloquent, präzise und mit trockenem Humor werden die Hintergründe der Finanzkrise beleuchtet oder die Worthülsen eines Humangeografen entlarvt ... Bei der Auseinandersetzung mit Bericht über Abschiebungen blieb einem das Lachen endgültig im Halse stecken. Bittere Unterhaltung, was die Linksaußen der deutschen Kabarettszene intelligent und mit beißendem Spott auftischen. Hirn, was willst du mehr“

„Haben sie zuvor zuweilen die Politik um satirische Elemente bereichert, bereichern sie jetzt die Satire um politische Analyse in bester Tradition linker kritischer Theorie. Eine bewährte Montage von unverfälschten Originalzitaten und parteilichen Kommentierungen, die sie in einem arbeitsteiligen Duett vortragen.“

„Sie entwickelten eine Form der Kleinkunst, die sie ‚Lesebühne’ nennen. Das ist in Wirklichkeit das beste linke Kabarett, das gegenwärtig zu haben ist, aber nicht im Fernsehen.“

„Ein Fest für den Kopf ... sie streiten was das Zeug hält mit einer satirisch handwerklichen Fallhöhe, dass einem schwindelig wird.“

„Ein Akt intellektueller Notwehr gegen die unerträgliche Seichtheit der Gegenwart.“

„Sie bedienen sich geschriebener und gesprochener Worte, um sie geschickt in ihre eigenen Geschichten und Dialoge einzubinden.“

„Sie hüten eine Flamme, die allmählich zu verlöschen droht: sortenreines linkes Kabarett.“

„Man möchte Ebermann und Trampert nicht zum Gegner haben. Wo sie hintreten, wächst kein Gras mehr, wo sie hinreden, ist man zunächst sprachlos erstaunt, um dann loszuprusten, in sich zu gehen oder vielleicht ab und zu auch eine Gegenrede zu versuchen. Virtuose Kabarettkunst .. “

„Brillanter, an Marx geschulter Humor.“

„Einem Teil des Publikums wurde derart zugesetzt, dass ihm schon zur Pause der Kopf rauchte.“

„Mit diesem satirischen Kompetenzteam macht Systemkritik Spaß.“

„Mit doppelbödigen Zitaten enttarnen Ebermann und Trampert, was unter einer liberalen Oberfläche in der deutschen Öffentlichkeit tatsächlich verhandelt wird.“

„Die nächste Pointe stets fest im Blick, reizen sie immer wieder zu Lachern, die eigentlich im Halse stecken bleiben müssten.“

„Es ist selten, dass man für nur vier Euro plus Spende so auf seine Kosten kommt. Ihr Programm ließ keine Langeweile aufkommen ...

„Entblößende Texte voller satirischer Spitzen.“